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Iguazú und Paraguay

Die Iguazú Fälle gehören zu den größten Wasserfällen der Erde und auch zu den beliebtesten Touristenattraktionen Südamerikas. Über eine Breite von 4 km rauschen Wassermassen in den Rio Paraná, welcher die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bildet. Dummerweise ging es in meinem Plan nicht anders auf, als am Osterwochenende hierher zu kommen. Die meisten Einheimischen haben in dieser Zeit Ferien. Umzingelt von zahllosen Menschen mit Kameras und Selfisticks bewaffnet, quetschte ich mich entlang der Stege zu den vielen Aussichtsplattformen. Tatsächlich sind die Anblicke so unfassbar, dass man selbst die ganzen Leute um sich herum vergisst ,welche die Wege beim Posten ihrer Selbstportraits auf Facebook blockieren. Mit dem Gefühl, wahrscheinlich nie wieder von anderen Wasserfällen beeindruckt sein zu können, da diese einfach erstaunlich sind, ließ ich Argentinien nun entgültig hinter mir. Einen kurzen Abstecher nach Brasilien unternahm ich anschließend noch, um von der dortigen Seite der Fälle in den spektakulären Garganta del Diablo (Teufelsschlund) zu schauen. In diesem Abschnitt donnert ein großer Teil des Wassers in einer Einbuchtung die Klippe hinunter, während man auf der gegenüberliegenden, äußerst nassen Plattform den Anblick genießen kann.

Mein nächstes Ziel Paraguay ist ein Land, welches von den meisten Touristen gemieden wird, obwohl es mitten im Kontinent liegt. Gerüchte über Armut und Kriminalität und auch die schlichte Ahnungslosigkeit der Reisenden über das, was man dort überhaupt tun kann tragen dazu bei. Das wollte ich mir mal selber ansehen.
Direkt am Dreiländereck von Paraguay, Brasilien und Argentinien liegt die Stadt Ciudad del Este, angeblich die gefährlichste Stadt Paraguays. Sie ist bekannt als Supermarkt Südamerikas, da hier günstig Schmugglerware und gefälschte Markenartikel verkauft werden. Tagsüber ist die Innenstadt ein einziger Basar, voll mit Verkaufsständen und aufdringlichen Händlern. Verkauft wird alles von Klamotten, über Elektronikartikel bis Sonnenbrillen und Steroiden. Obwohl man hier kaum Touristen vorfindet, ist man trotzdem nicht vor Selfisticksticks sicher. An jeder Ecke wird man von Händler belagert, die einem dieses Utensil vor die Nase drücken. Nachts sollte man das Zentrum aber lieber meiden.
Besonders mit dem Wissen, dass es im restlichen Paraguay ganz anders zugehen soll, verließ ich die Stadt besser schnell. Aber sicher sollte ich auch im Bus noch nicht sein. An den Haltestellen steigen regelmäßig Händler ein und aus. Wenn sie nur versuchen Snacks und Getränke zu verkaufen, ist das ja noch sinnvoll während einer langen Busreise. Aber richtig los geht es, wenn jemand versucht Dinge wie Schmuck, Handys oder Kochlöffel zu verkaufen. Man bekommt dann eine Ansprache zu hören, die jeden Moderator auf Homeshopping Europe alt aussehen lässt. Selbst der ordinäre Pfannenwender wird dann zur Ware höchster Qualität erklärt, hergestellt aus Materialien erster Güte. Irgendwie bekommt man dann schon etwas Mitleid, wenn nach solch einem professionellen Vortrag keine der Waren verkauft wird. Aber wer kommt schon auf die Idee im Bus einen Mixxer zu kaufen? Möglicherweise einer der alten Herren, welche sich um halb 12 mittags eine Flasche Wein reinkippen als wäre es Wasser. Ja die Busfahrten in Paraguay sind schon sehr unterhaltsam.
Nachdem der Bus geschlagene 6 Stunden für 230 km benötigt hat, kam ich endlich in Encarnación an. In dieser größeren Stadt scheint es wesentlich ruhiger zu zugehen. Ein guter Ort zum Entspannen...
16.4.15 00:23
 
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