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Die Regenwaelder Paraguays

Jeder hat sicher schon einmal ueber grossflaechige Zerstoerung von Regenwald in Brasilien gehoert. Dabei handelt es unter Anderem um den atlantischen Regenwald, welcher einst einen grossen Teil des suedlichen Brasiliens und fast die gesamte sued-oestliche Haelfte Paraguays umfasste. So richtig bewusst wurde mir die Problematik aber erst vor Ort. Waehrend der Busfahrt von Ciudad del Este nach Encarnaciòn bekam ich Ackerflaechen zu sehen, soweit das Auge reichte. Ich dachte mir, dass hier doch auch irgendwo mal Wald sein muesse. Waehrend ich mich informierte, was ich vor Ort tun kann, fand ich dann auch ein Stueck dieses Waldes: Den Parque Nacional San Rafael.

Dieses staatliche Naturschutzgebiet entstand mit der Initiative von Hans und Christine Hostetter. Die Hostetters kamen vor 36 Jahren aus der Schweiz nach Paraguay, um dort von Landwirtschaft zu leben. Irgendwann stellten sie jedoch fest, dass die Regenwaelder immer kleiner werden und wenn dies so weiter ginge, dann waere bald nichts mehr davon uebrig. So kam es, dass sie 1997 die Organisation Pro Cosara zum Schutz des 73000 ha grossen Nationalparkes gruendeten.

Innerhalb der letzten Jahrzente wurde starke Arbeit geleistet, die Waldgebiete durch Abholzung und Brandrodung in landwirtschaftliche Nutzflaechen umzuwandeln, sodass heute nur noch auf etwa 7% der urspruenglich bewaldeten Flaeche Regenwald zu finden ist. Eine Karte auf der Internetseite von pro Cosara (hier klicken) verdeutlicht dies. Diese letzten, unberuehrten Gebiete sind ueber das Land zersplittert und tatsaechlich sind in einigen von ihnen die artenreichsten Oekosysteme der Welt zu finden.

Die Arbeit von Pro Cosara ist vielseitig. Einerseits wird das bestehende Gebiet ueberwacht, um Holzdiebe, Wilderer und illegale Feuer ausfindig zu machen und zu bekaempfen. Mindestens genauso wichtig ist die Arbeit in der Oeffentlichkeit. Es findet eine Kommunikation mit der oertlichen Landbevoelkerung und den Bauern statt, um die Problematik und Loesungsvorschlaege zu vermitteln. Bildungsprogramme fuer Jung und Alt sollen klar machen, wie wichtig der Erhalt der Waelder ist. Ebenso werden Schulungen zur effizienteren Nutzung der bereits vorhandenen landwirtschaftlichen Flaechen, auch mit technologischen Mitteln, angeboten. Fuer die Zukunft ist auch ein Projekt zur Aufforstung von Verbindungen zwischen den verstreuten Reservaten geplant.

Die Organisation wird ueber Spenden und durch Unterstuetzung von gemeinnuetzigen Organisationen wie dem WWF finanziert. Daneben betreiben die Hostetters eine Unterkunft fuer Touristen, in der ich 4 Naechte verbrachte. Auf Wanderwegen kann man den Regenwald erkunden und sich im nahegelegenen See eine Abkuehlung verschaffen. Ausser sehr vielen Voegeln, Insekten und Spinnen ist es jedoch schwer Tiere zu sehen. Die meisten Saeugetiere verstecken sich im dichten Busch. Wer jedoch Augen und Ohren offen haelt, kann immerhin ein paar Affen oder eine Klapperschlange (Achtung giftig!) sehen. Versorgt wurde ich mit einer Mischung aus schweizer und lokaler Kueche, sicherlich das beste Essen meiner Reise bisher. Juan, der Ehemann von Tochter Teresa, welche gerade zu Besuch war, ging ausserdem mit mir angeln.

Diese 4 Tage waren eine schoene und auch lehrreiche Zeit. Und die Gewissheit, dass das ausgegebene Geld sinnvoll verwendet wird, hinterlaesst ein gutes Gefuehl.

Ein weiteres, jedoch privates Reservat ist die Laguna Blanca. Im Gegensatz zu San Rafael sind hier auch Biologen, welche intensiv die oertliche Tierwelt erforschen. Dort werde ich Morgen mit meiner Freiwilligenarbeit fuer einen Monat beginnen. Von dort wird es sicher noch viel mehr zu berichten geben.
21.4.15 04:16


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Iguazú und Paraguay

Die Iguazú Fälle gehören zu den größten Wasserfällen der Erde und auch zu den beliebtesten Touristenattraktionen Südamerikas. Über eine Breite von 4 km rauschen Wassermassen in den Rio Paraná, welcher die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bildet. Dummerweise ging es in meinem Plan nicht anders auf, als am Osterwochenende hierher zu kommen. Die meisten Einheimischen haben in dieser Zeit Ferien. Umzingelt von zahllosen Menschen mit Kameras und Selfisticks bewaffnet, quetschte ich mich entlang der Stege zu den vielen Aussichtsplattformen. Tatsächlich sind die Anblicke so unfassbar, dass man selbst die ganzen Leute um sich herum vergisst ,welche die Wege beim Posten ihrer Selbstportraits auf Facebook blockieren. Mit dem Gefühl, wahrscheinlich nie wieder von anderen Wasserfällen beeindruckt sein zu können, da diese einfach erstaunlich sind, ließ ich Argentinien nun entgültig hinter mir. Einen kurzen Abstecher nach Brasilien unternahm ich anschließend noch, um von der dortigen Seite der Fälle in den spektakulären Garganta del Diablo (Teufelsschlund) zu schauen. In diesem Abschnitt donnert ein großer Teil des Wassers in einer Einbuchtung die Klippe hinunter, während man auf der gegenüberliegenden, äußerst nassen Plattform den Anblick genießen kann.

Mein nächstes Ziel Paraguay ist ein Land, welches von den meisten Touristen gemieden wird, obwohl es mitten im Kontinent liegt. Gerüchte über Armut und Kriminalität und auch die schlichte Ahnungslosigkeit der Reisenden über das, was man dort überhaupt tun kann tragen dazu bei. Das wollte ich mir mal selber ansehen.
Direkt am Dreiländereck von Paraguay, Brasilien und Argentinien liegt die Stadt Ciudad del Este, angeblich die gefährlichste Stadt Paraguays. Sie ist bekannt als Supermarkt Südamerikas, da hier günstig Schmugglerware und gefälschte Markenartikel verkauft werden. Tagsüber ist die Innenstadt ein einziger Basar, voll mit Verkaufsständen und aufdringlichen Händlern. Verkauft wird alles von Klamotten, über Elektronikartikel bis Sonnenbrillen und Steroiden. Obwohl man hier kaum Touristen vorfindet, ist man trotzdem nicht vor Selfisticksticks sicher. An jeder Ecke wird man von Händler belagert, die einem dieses Utensil vor die Nase drücken. Nachts sollte man das Zentrum aber lieber meiden.
Besonders mit dem Wissen, dass es im restlichen Paraguay ganz anders zugehen soll, verließ ich die Stadt besser schnell. Aber sicher sollte ich auch im Bus noch nicht sein. An den Haltestellen steigen regelmäßig Händler ein und aus. Wenn sie nur versuchen Snacks und Getränke zu verkaufen, ist das ja noch sinnvoll während einer langen Busreise. Aber richtig los geht es, wenn jemand versucht Dinge wie Schmuck, Handys oder Kochlöffel zu verkaufen. Man bekommt dann eine Ansprache zu hören, die jeden Moderator auf Homeshopping Europe alt aussehen lässt. Selbst der ordinäre Pfannenwender wird dann zur Ware höchster Qualität erklärt, hergestellt aus Materialien erster Güte. Irgendwie bekommt man dann schon etwas Mitleid, wenn nach solch einem professionellen Vortrag keine der Waren verkauft wird. Aber wer kommt schon auf die Idee im Bus einen Mixxer zu kaufen? Möglicherweise einer der alten Herren, welche sich um halb 12 mittags eine Flasche Wein reinkippen als wäre es Wasser. Ja die Busfahrten in Paraguay sind schon sehr unterhaltsam.
Nachdem der Bus geschlagene 6 Stunden für 230 km benötigt hat, kam ich endlich in Encarnación an. In dieser größeren Stadt scheint es wesentlich ruhiger zu zugehen. Ein guter Ort zum Entspannen...
16.4.15 00:23


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